Montag, 4. Dezember 2006

"Wir sind ja schließlich nicht zum Spaß hier"

Es begab sich aber zu der Zeit, dass drei Weise Weiβe aus dem fernen Sueden Timaru und Oamaru sich auf den Weg in das gelobte Land nach Christchurch machten, um dem Heiland Alkohol zu huldigen und ihm Geschenke in Form von Gold, Weihrauch und Myrrhe darzureichen ordentlich Party zu machen.


Ja, ihr Unglaeubigen, so war das damals letztes Wochenende, als Natalie, Sabrina – und ganz spontan auch Armin – bei mir auf der Matte standen, um sich davon ueberzeugen zu lassen, dass ich im Vergleich zu den Flats wahrhaft im Paradies hause und auch nicht beabsichtige, mich daraus vertreiben zu lassen.
Das Ganze war natuerlich mal wieder ein ganz und gar genialer Plan gewesen und so wurde aus “Freitag Abend, 19h” mal eben Freitag Abend, halb neun und statt sich dann direkt ins wilde Nachtleben von Christchurch zu stuerzen, stuerzten wir alle erstmal in die Sky Lounge (im Boarding House), um einer Runde Singstar zu froenen – aus der dann gut 3 Stunden wurden.

Nachdem Armin erfolgreich nach Mata Mua (das Tutorenhaus am anderen Ende des Schulgelaendes) abgeschoben worden war – ja, okay, er war halt einfach muede und wollte ins Bett – beschloss der harte Kern dann, doch noch ne Runde durch die City zu drehen, um zumindest noch Mickey Finn’s auszuchecken.
Wir konnten ja auch nicht ahnen, dass grad an diesem Abend Patriotentag war (sprich die Band des Abends beschraenkte sich ausschliesslich auf Kiwi-Songs und auch der froehliche Ausruf “Das naxte Song ist fur die Auslander !” konnte uns da nicht mehr wirklich begeistern). Dazu kam dann noch ein Publikum mit einem Altersdurchschnitt von 30+ und ein Haufen Dorfdeppen. Herrlich. Nach ca. einer halben Stunde (gefuehlte drei Stunden) kapitulierten wir und kehrten unbefriedigt und nur mit einem Hamburger (dem ersten seit ich hier bin...) im Magen zurueck ins Boarding House.

Der Samstag begann gut, soll heissen mit viel Schlaf. Nach einem spaeten Fruehstueck/Mittagessen bestehend aus Tortellini mit einer uebersuessen Ravioli-aus-der-Dose-Sosse machten wir uns dann wieder auf in die City, um uns in den coolen (und natuerlich vollkommen ueberteuerten) Surf- und Skaterlaeden rumzutreiben, jedes einzelne Paar Vans und Chucks (<3) im Regal anzuhimmeln (oder in Natalies Fall den Verkaeufer) und uns zu wuenschen, jemand wuerde uns mal eben ein paar tausend Dollar zur Verfuegung stellen, damit wir die Laeden ausraeumen koennten.
Sabrina und Armin goennten sich dann doch ein bisschen Luxus in Form eines Starbucks-Kaffees, waehrend Natalie und ich uns fuer die billigere Alternative (a.k.a. ein 1$-Milchshake vom KFC) entschieden. War aber auch nicht schlecht.

Ein Ausflug zum oertlichen Pak’n’Save bescherte uns neben dem essentiellen Cider auch eine Flasche Maracuja-Sekt (gehts noch leckerer?!?) und ein paar Tueten Chips und so konnten wir mit Recht auf einen besseren Abend im Vergleich zu Freitag hoffen.
Nach ein paar gemuetlichen Stunden in der Kueche in Mata Mua, kamen wir dann ganz unverhofft zu einer Mitfahrgelegenheit zum Dux, wo uns aber mitgeteilt wurde, dass die Bar in zehn Minuten schliessen werde.
Der Aufenthalt wurde also entsprechend verkuerzt und wir zogen ins Mickey’s weiter, wo – gluecklicherweise – eine andere Band als am Vortag am Start war, also auch mal Lieder gespielt wurden, die wir kannten.

Nicht schlecht fuer den Anfang und im Grunde gefiel es uns auch allen derart gut, dass wir gerne noch etwas laenger dort geblieben waeren – haette nicht einer der Maori Tuersteher darauf bestanden, Natalie rausschmeissen zu muessen, da sie "intoxicated" sei.
(Der Ehrlichkeit halber muss man sagen, dass er da vielleicht nicht so ganz falsch lag, man kann allerdings nicht sagen, dass man es ihr sonderlich angemerkt haette.
Fuer den weniger Ortskundigen sei angemerkt, dass es in Neuseeland verboten ist, Alkohol an Betrunkene auszuschenken und die meisten Pubs verweigern bereits alkoholisierten Personen auch den Eintritt.).

Nach einem fehlgeschlagenen Versuch, uns nach zehn Minuten wieder reinzuschleichen, suchten wir verzweifelt nach Alternativen und so kam es dann zum Unvermeidbaren: Wir landeten auf dem Strip (auf dem Strip, nicht zu verwechseln mit "auf dem Strich"; das ist eine Strasse in der City, wo die ganzen Nachtclubs sind - wenn man das so sagen kann, die sind naemlich nicht allzu gross, sehen auch alle gleich aus, laeuft ueberall dieselbe (beschissene) Musik, ueberall die gleichen Hackfressen und ueberhaupt null Atmosphaere, also mal so gar nicht mein Ding).
Nach einiger Zeit einigte man sich aufs “Mad Cow”, da man uns gesagt hatte, dort sei es ziemlich cool (nicht, dass mich das ueberzeugt haette, das sieht naemlich auch nicht anders aus, als die anderen Laeden aufm Strip) und so standen Sabrina (in Begleitung eines gewissen “William”), Armin und ich fuenf Minuten spaeter in dem dunklen, Nebelmaschine-verrauchten Eingangsbereich und warteten auf Natalie (die wiederum in Begleitung von “Danny” hinter uns angestanden hatte). Und warteten. Und warteten. Und warteten.
Und natuerlich kam sie nicht.

Nach einigen Diskussionen ueber den Sinn und Unsinn einer Suchaktion – zumal wir die beiden Nachzuegler auch durchs Fenster nicht erspaehen konnten – verzogen sich Sabrina und William auf die Tanzflaeche waehrend Armin und ich zunaechst den Club durchsuchten (dauerte nicht lange, da wie gesagt nicht sehr gross) und ihn dann verliessen, um doch noch einmal draussen nachzusehen.
Langer Rede kurzer Sinn, wir fanden Natalie (und Danny) gluecklicherweise relativ schnell, da die beiden auf der anderen Strassenseite gewartet hatten, nachdem man beide nicht hereingelassen hatte (der Tuersteher war scheinbar ebenfalls davon ueberzeugt, dass sie intoxicated waeren).
Danny machte sich kurz darauf auf den Weg zurueck ins Mickey’s, wo scheinbar noch alle seine Freunde und sein Bruder auf ihn warteten, Sabrina beschloss, noch etwas laenger im Mad Cow zu bleiben und der Rest machte sich wieder einmal auf zum Burger King, um dann den langen Heimweg anzutreten und sich die kompletten dreissig Minuten ueber Neuseeland und die hiesigen Tuersteher aufzuregen und festzustellen, dass Zuhause doch alles besser ist.
Aber, wie Sabrina am Samstagnachmittag schon so weise festgestellt hatte, “wir sind ja auch schliesslich nicht zum Spass hier”.

Stellt sich die Frage: Wozu dann?
Vicky (Gast) - 4. Dez, 13:19

Ganz kurz nur ...

... ich hab nicht viel Zeit (hach, ich bin ja soo busy :o)). Wollte nur mal gerade sagen, die Chucks sind ziemlich geil. Besonders das Pin-up-Girl auf der Sohle. Das ist fast wie bei Christian Louboutin (Fashion-Victim!!! Fashion-Victim!!! Fashion-Victim!!!) ...

Eeehmja

Wer auch immer dieser komische Franzose sein mag... ich nehm mal an, Designer. Vermutlich ziemlich bekannt. Mir jetzt weniger.
Auf jeden Fall sind die Chucks genial, die sind aus so nem geilen Wildleder und fuehlen sich voll toll an und sehen auch einfach nur superschoen aus und dann steht da auch noch "Death or Glory" drauf und ueberhaupt und sowieso bin ich voll fasziniert davon.
Aber dummerweise kosten die... ich glaub 200$, sind naemlich ne Sonderedition, es gibt nur 2500 Stueck davon weltweit... und ein paar davon hier in Christchurch. Werd sie aber nicht kaufen. 60 Euro sind schon viel zu teuer fuer Chucks, aber 100 sind einfach nurn schlechter Witz.
Anni (Gast) - 5. Dez, 10:12

ich denk, ich werd heute abend mit euch über schuhe sinnieren!!! FREU MICH SCHON!!!!!!!!! Ein zeichen dafür, dass man die weggegangenen freunde doch noch erreichen kann *beruhigt sei*!!Bis nachher!!!!

Basti (Gast) - 6. Dez, 13:24

Skype

Sagt a mal, wenns ihr alle im Skype seid, will auch mal mit-(Katja)reden :(

Katja, ich finds echt toll, dass du dich offensichtlich so gut da eingelebt hast und auch wohlfuehlst. Stell mir gerade vor, wie du dich im Nachtclub wohlfuehlst^^

Das Filmriss-Bild ist btw richtig cool!
purpleeye - 8. Dez, 13:27

Naja, aus dem Schuh-Talk wurde ja dann wohl doch nix, aber furchtbar, jetzt will ich diese dummen Chucks noch mehr haben als sowieso schon. Und dabei stehn doch noch n paar Vans ganz oben auf meiner Liste. Die sind auch sooo schoen...

Ehmja, egal, ich kling schon wie eine gewisse Person, mit platinierten Haaren, deren Name mit K beginnt und mit M endet und dazwischen ist noch irgendwo ein I (ausser dass die wahrscheinlich niemals fuer Chucks und Vans schwaermen wird... zum Glueck!)
purpleeye - 8. Dez, 13:31

@Basti:

Wasn Dreck, wieso kann man nicht auf Unterbeitraege direkt antworten? Naja, anywayyyy, wie wir damals immer zu sagen pflegten, wenn es dir denn so dringend damit ist, mit mir ueber Schuhe zu sinnieren, dann werd ich dir naechstens gerne Bescheid sagen.
Und im Nachtclub wohlfuehlen... ich?!? Never. Das Wort sollte eigentlich mit in den Presswurst-Eintrag zu den Woertern, die bei mir ein Ekelgefuehl ausloesen. Nachtclub ist son Wort, das wuerd ich nicht mal mit ner Pinzette anfassen, wenns nach mir ginge.

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