Freitag, 29. Dezember 2006

Whatever happened in New Zealand - Part 2


oder: "Kommt, wir tun jetzt einfach mal alle so, als waere es kalt draussen, dann ist es fast wie Weihnachten Zuhause."

Ich habe in der letzten Woche nicht fuer jeden Tag Notizen gemacht, weil nicht jeden Tag etwas wirklich Spektakulaeres passiert ist, wir waren ja die ganze Woche ueber in Nelson bei Marad und Michaela. Aber ich bemueh mich mal, nen kleinen Ueberblick hinzubekommen, wird dann wohl nochn Ticken komprimierter als letztes mal...

Tag 7: Nelson
Highlights: - der geile Markt in der Stadt, super viele alternative Leute, Handwerker und eine erstklassige Reggae-Band, die einfach mal am Rande ne kleine Session hingelegt hat
- abends Shark Club und Grumpy Mole, eine Runde Billard war drin, ansonsten nich sooo der Burner, aber wir warn ja alle seit ner Woche nicht mehr aus, von daher muss man nehmen, was man kriegen kann
- wir beschliessen, Heiligabend zu wichteln; das Limit betraegt 5$ (ca. 2,5 Euro !) - kein Wunder, dass alle erstmal in den 2$-Shop stuermen...

Tag 8: Weihnachten !!! (immer noch in Nelson)
Highlights: - naja, Weihnachten halt...
- nee, nee, gab lecker Essen (selbstgemachte Knoedel mit Sosse und Putenfilets und Brokkoli und Blumenkohl dazu - und Brataepfel als Nachtisch *yummy*) und danach wurde gewichtelt (ich hab Duschzeug im Miniformat bekommen + 1 Tampon (unbenutzt) + 1 Kondom mit Bananengeschmack - hmm, ich mag doch gar keine Bananen...)
- ausserdem gabs lecker selbstgemachten Gluehwein :)
- spaeter noch "Wer bin ich?" gespielt, also dieses Spiel da, wo man nen Zettel mit nem Namen auf die Stirn gepappt bekommt und rausfinden muss, wer man ist... Michaela war Mr Spok, Armin war Paris Hilton, Irina der Osterhase, Sabrina war Stalin, Marad E.T. und Natalie SpongeBob - und ich Schneewittchen ;)...)
Quote of the Day: Ich (beim "Wer bin ich?"-spielen): "Am I famous?"
- Alle: "Yes!"
- Ich: "Am I good-looking?"
- Alle: "YES!"
- Ich: "Ach, Danke schoen ;)"

Tag 9: Nelson mal wieder
Highlights: - schwimmen am Fluss :)
- der Gluehwein schmeckt viel besser heute, nachdem er einen Tag Zeit hatte zu ziehen - Natalie und ich testen das ausgiebig und gucken nebenbei zuerst Bubble Boy (wollt ich natuerlich nur wegen Jake Gyllenhaal gucken, aber der Film war so schlecht, dass wir nach 20 Minuten ausgeschaltet haben... naja, ist vermutlich auch so ne Jugendsuende wie Cry Baby mit Johnny Depp oder Calcium Kid mit Orlando Bloom) und spaeter mit Andrea "Center Stage" und analysieren, wieso die Hauptdarstellerin so eine dermassen dumme Rolle hat... also auch kein Film, den ich empfehlen wuerde, aber in Kombination mit Gluehwein durchaus machbar
- Dank Marad haben wir jetzt ein Gruppen-Tamagotchi (hat Sabrina beim Wichteln von ihr bekommen), das allerdings nach einem Tag schon zweimal gestorben ist...
Quote of the Day: Sabrina: "We need a name for our Tamagotchi..."
- Ich: "Let's call it Stinky!"
- Natalie: "Heeeyyy, I'm stinky!"

Tag 10: ... und immer noch Nelson
Highlights: - die andern machen sich auf den Weg zum Abel Tasman, waehrend Natalie, Marad, Andrea und ich im Internat verweilen - ganz gechillter Tag heute, nicht viel passiert, aber dafuer sehr gemuetlich - und wir ham richtig, richtig leckeres Essen gemacht :)

Tag 11: Ehmja, ihr wisst schon, Nelson
Highlights: - Andrea faehrt weiter nach Picton (eigentlich kein Highlight, weil es war sehr nett mit ihr)
- Marad, Natalie und ich machen uns auf und checken die Shops in Nelson aus... ziemlich coole Stadt so, gute Einkaufsmoeglichkeiten und das Internat liegt total zentral... ich kaufe zwei T-Shirts fuer insgesamt 25$ und bin gluecklich, dass ich so guenstig weggekommen bin :)
- Sabrina schickt mir ne SMS, um uns mitzuteilen, dass alle wieder zurueck sind vom Abel Tasman... wetterbedingt... es gab Regen und zwei hatten keine Regenjacke und kein Rain Cover fuer die Rucksaecke dabei... ja... dumm gelaufen
- abends mal wieder ins Grumpy Mole, dort ist Ladies Night mit Cocktails fuer 4$ - die Cocktails sind winzig und wir alle zweifeln daran, ob da ueberhaupt Alkohol drin ist... naja, dafuer haben wir dann hinterher noch im Internat die Rest-Alkoholbestaende aufgebraucht...

Tag 12: Guess what? Nelson.
Highlights: - im Grunde keine, haben alle bis halb fuenf oder so geschlafen, danach Katerfruehstueck oder auch gar keins, ewig Fernsehen geguckt, irgendwann mal was gegessen und um halb drei nachts wieder ins Bett

Tag 13: Nelson - juchhee, ab morgen gibts mal wieder Abwechslung mit den Staedtenamen ;)
Highlights: - heute morgen von den Handwerkern aufgeweckt worden, die hier im Internat n bisschen rumhandwerkern ueber die Ferien
- Chucks fuer 60$ (ca. 30 Euro) im Shoe-Warehouse gefunden... sooo schoen... aber ich brauch eigentlich gar keine und ueberhaupt hab ich in Christchurch so geile Vans gesehen, auf die ich schon seit Monaten scharf bin und die will ich mir nachn Ferien kaufen :)
- Natalie und ich ham den Van geputzt (der hatte es auch dringend noetig!) und mussten dafuer nicht helfen, das Internat aufzuraeumen
- Sachen sind gepackt und morgen gehts weiter nach Picton und von dort aus mit der Faehre nach Wellington rauf - Silvester... hoffentlich gibts gutes Wetter (:
Quote of the Day: Sabrina: "Mensch, der Armin kann ja schon verdammt gut kochen... wieso sieht der bloss so scheisse aus?!"

Die Woche war so insgesamt ziemlich schoen. Haben viel gechillt und uns ausgeruht und Abstand voneinander genommen, wos noetig war. Nelson ist halt echt ne super schoene kleine Stadt, da kann man nix sagen. Eigener Strand und ueberall Palmen und auch mal n Stadtzentrum mit Flair, nicht so wie in Christchurch, wos in der City Mall nur ueberteuerte Laeden und nen Haufen Emo-Kinder gibt ;)... sind alle schon ganz aufgekratzt und freun uns, morgen weiter zu fahrn und endlich mal die Nordinsel zu erkunden...

Freitag, 22. Dezember 2006

Whatever happened in New Zealand - Part 1



Ganz komprimiert, dafuer alles Wesentliche drin. Basiert auf Original-Notizen aus meinem "Reisetagebuch"

Reisegruppe:
Armin (GAP Oamaru), unser einziger Fahrer
Sabrina (GAP Oamaru)
Natalie (GAP Timaru), a.k.a. Näte a.k.a. Stinky
Irina (GAP Dunedin), a.k.a. Nina
... und ich halt.

Tag 1: Oamaru - Queenstown
Fahrzeit: gefuehlte 8 Stunden, wahrscheinlicher sind wohl um die 6
Highlights: - Armin stellt nach ca. 3/4 der Strecke fest, dass er unsere Faehrtickets fuer die Ueberfahrt nach Wellington am 30. Dezember und zurueck in Oamaru hat liegen lassen
- Ausserdem hat keiner einen Campingkocher, Spueli oder Kerzen mitgebracht. Faengt schon mal gut an.
- Armins Anschnallgurt weist auch schon erste Anzeichen von Verfall auf
- Und zwischendurch wird mir mitgeteilt, dass wir 6 statt 5 Wochen unterwegs sind - ja, aber sonst ist alles klar...
Uebernachtung: Holiday Park Lake View in Queenstown, 15$/Person/Nacht (plus 5$, wenn man Kochgeschirr ausleihen will, plus 1$ fuer 8 Minuten warm duschen und das Leitungswasser kann man auch nicht trinken)
Allgemeine Bewertung: - Reise verlief mehr oder weniger planmaessig
- Wetter gut, Stimmung gehoben
- Queenstown ist ziemlich langweilig als Stadt, halt so ne Touri-Hochburg und viel zu teuer
- Landschaft ist dafuer fantastisch
- den oertlichen Ableger vom Dux ham wir leider nicht finden koennen (na gut, wir hams auch nicht wirklich gesucht)
Quote of the Day: Sabrina (total empoert zu Natalie): "Ehy, wieso willstn du heut nicht lunzen?!? Du willst doch sonst immer lunzen!"

Tag 2: Queenstown
Highlights: - Armin und Sabrina trauen sich - und springen 43m in die Tiefe! Unsere ersten Bungee-Opfer waeren damit gefunden, es musste ja soweit kommen
- Irina, Näte und ich raechen uns und buchen spontan eine Runde Canyoning fuer den naechsten Tag
- Armins Gurt gibt vollends den Geist auf - noch 1 Grund mehr, eine weitere Nacht in Queenstown zu verbringen (naja, eigentlich der einzige Grund, waere da nicht die Sache mit dem Canyoning)
- wir brauchen zum Glueck nicht zurueck zu fahren, um die Faehrtickets wieder zu bekommen, da wir an der Faehre Neue bekommen koennen
- UND: wir haben die Rueck-Faehre auf den 26. vorverlegt, damit ich puenktlich am 28. wieder arbeiten gehen kann - juhu
Uebernachtung: Wild Camping irgendwo ausserhalb von Queenstown, auf einem Parkplatz - eigentlich illegal, juckt hier aber keinen
Quote of the Day:
Sabrina (nach einer laengeren Diskussion darueber, ob und wie man sich in freier Wildbahn ein Loch zu graben hat, wenn man ein groesseres Geschaeft zu verrichten hat): “Kommt, wir graben uns ein Gruppenloch und dann darf da jeder mal reinkacken!”

Tag 3: Queenstown – Wanaka – Haast – Knight’s Point Lookout
Fahrzeit: so 4, 5 Stunden wuerd ich sagen
Highlights: - Canyoning – saugeil!!!!!!
- Armins Gurt geht auf magische Weise wieder – jauchzet und frohlocket, ihr Unglaeubigen!
Uebernachtung: Knight’s Point Aussichtspunkt, irgendwo im Nirgendwo, mal wieder wild gecampt
Allgemeine Bewertung: - im Van schlaefts sich deutlich besser als in dem Kack-Zelt und es gab sogar Toiletten und nachdem die am Morgen geputzt worden waren, rochen sie sogar nach Pfirsich, das nenn ich mal Luxus!
- die Nacht hats gepisst ohne Ende – umso besser, dass ich im Van gepannt hab
- … und die schaetzungsweise 1 mio. Sandflies da draussen kommen auch leichter ins Zelt als ins Auto
Quote of the Day: Sabrina: "Ich hab heute morgen so in den Spiegel geguckt ... haett ich's doch lieber mal sein lassen!"

Tag 4: Knight’s Point Lookout – Fox Glacier
Fahrzeit: ca. 2-3 Stunden, also ganz gechillt
Highlights: - endlich mal wieder ne Nacht in nem richtigen Bett
- … und endlich mal wieder warmes Essen
- … und warm duschen
- … dumm nur, dass um 1h nachts der Feueralarm losging :/
- ansonsten neue Bekanntschaften und 0-3 Mitreisende ab morgen (yay)
- achja: Und Borussia Dortmund hat einen neuen Trainer. Dann ist der Tag ja gerettet!
Uebernachtung: Ivory Towers Backpacker, Fox Glacier
Quote of the day: Natalie: “Armin, du schuldest mir noch 10$.”
Sabrina: “Jaaa, und mir schuldest du noch 150$!”
Ich: “Ja, wo wir schon mal dabei sind – ich krieg auch noch ganze 10 Cent von dir!”
Armin: “Moment mal, ich hab dir doch sogar 4 Cent mehr wiedergegeben!!!”
Ich: “Ganz billiger Versuch, echt mal.”
(Anmerkung fuer Landesunkundige: Die 1 und 2 Cent-Stuecke wurden hier schon vor nem halben Jahr oder so abgeschafft, die 5 Cent-Stuecke dann im Oktober auch)

Tag 5: Fox Glacier – Franz Josef Glacier - Hokitika – Greymouth – und nochn bisschen weiter
Fahrzeit: gut 6-7 Stunden
Highlights: - Gletscherwanderung auf dem Fox Glacier am Vormittag, naja, bisschen unspektakulaer, aber immerhin kann ich jetzt sagen, dass ich schon mal auf nem echten Gletscher war
- 2 neue Mitreisende bis Nelson gefunden, d.h. weniger Spritkosten fuer alle ;)
- Natalie ist jetzt Näte die Graue
- Uebernachtung am Strand – geiler Sternenhimmel, Meeresrauschen im Hintergrund und allerherrlichstes Wetter den ganzen Tag
Meistgesagter Satz heute: “Sollen wir dann hier uebernachten?” – “Ach, lass nochn Stueckchen weiter fahren…”
Uebernachtung: Und nochmal Wild Camping, diesmal irgendwo hinter Greymouth, direkt am Strand, mit Lagerfeuer und allem
Quote of the Day: Amanda (unser Glacier-Guide) tritt Armin auf den Fuss. Amanda: “Oooh, sorry!”
Sabrina: “Doesn’t matter, it’s just Armin.”

Tag 6: Irgendwo hinter Greymouth – Westport – Nelson
Fahrzeit: bestimmt 8 Stunden oder so, aber mit einigen Pausen zwischendurch
Highlights: - das durchdringende, zunaechst unerklaerliche Piepsen, das uns die ersten 2 Stunden unserer Fahrt begleitete und uns dazu zwang, bis Westport zu fahren, um an der Tankstelle um Hilfe zu bitten… scheinbar irgendein Defekt mit dem Tueralarm – Loesung? Kabel durchschneiden – hat dann auch funktioniert
- endlich die zwei neuen Mitfahrgenossinnen wieder losgeworden, irgendwie ham die genervt, obwohl sie nett waren… kP, hatten wohl irgendwie alle keinen Bock auf Zuwachs und irgendwie wars zu siebt dann doch was eng im Bus mit dem ganzen Gepaeck und so… gut, dass wir dann demnaechst acht sind…
- Selbstgemachte Pizza zum Abendessen
- und nach zwei Wochen ne Antwort auf meine letzte SMS an Steve bekommen… Zeichen und Wunder :P
Uebernachtung: Nelson College for Girls, Nelson – bei Marad und Michaela
Quote of the Day: Sabrina schmiert Armin ein Fruehstuecksbrot.
Armin: “Boah, danke, du bist echt super!”
Sabrina: “Ja, ich bin ja auch die Gruppen-Mama.”
Armin: “Besser Gruppen-Mama als Gruppen-Mumu.”


Ergaenzungen zur Reisegruppe ab heute:
Marad (GAP Nelson), aus Wales
Michaela (GAP Nelson)

Also so weit jede Menge Spass, super Truppe, gute Stimmung, mal sehn, wies mit den zwei Neuen wird. Auf jeden Fall enger. Moeglicherweise macht mir da noch wer meine Rueckbank (wo ich immer schlafe beim wild campen, weils mir im Zelt einfach zu kalt ist) streitig; und: hammergeiles Wetter bis auf den ersten Tag am Fox Glacier, nur Sonnenschein und kein Woelkchen am Himmel und das an der West Coast, wos 220 Tage im Jahr regnet!
Abgesehen von Marad, Natalie und mir gehn sie naechste Woche alle auf den Abel Tasman und wir drei werden dann wohl son bisschen Nelson unsicher machen und endlich mal wieder was trinken gehn. Hab ich ja schon Erfahrung drin ;).

Donnerstag, 14. Dezember 2006

Road Trippin'


Well I'm back on the road again, lost among the city lights
We step up harder just to make it to the show tonight
With yesterday's antics still playing in my head
Well another day's upon us, so let's do it all again

Mehr..?



Ja, so siehts aus, die Koffer (welche Koffer eigentlich?) sind gepackt (das nennt sich uebrigens Wunschdenken), das Essen gehortet, das Zimmer geputzt (aaaeehh... mach ich gleich), die Abschiedskarten geschrieben (d.h. ich hab meine Abwesenheit im Staff-Book vermerkt) und der Verstand auf Urlaub umprogrammiert, soll heissen einfach mal komplett abgeschaltet.
Die ungefaehre Reiseroute (von mir in dezentem Pink markiert; die Karte ist btw von MarcoPolo entliehen) steht auch schon seit Wochen fest. Kann also nicht mehr viel schiefgehn.
5 Wochen. 7 Leute (irgendwann dann evtl. auch mal 8). 1 Van.
Das kann ja lustig werden ;).

Freitag, 8. Dezember 2006

I Belong Here.

Mir ist mal wieder schwer aufgefallen, wie verdammt richtig ich hier bin. Also ich hab so ein Gefuehl von zur richtigen Zeit am richtigen Ort, das hatte ich echt schon lange nicht mehr. Sonst schwimmt man ja irgendwie oft so vor sich hin in dieser grauen Suppe namens Alltag. Man ist nicht wirklich ungluecklich, aber so richtig zufrieden ist man eigentlich auch nicht und man macht das ganze vermutlich auch nur deshalb mit, weil man es nicht anders gewohnt ist.
Und wann hast du dich eigentlich das letzte Mal so richtig frei gefuehlt? Wenn die Antwort nicht heute oder gerade jetzt ist, dann machst du irgendwas falsch. Oder alles richtig. Vielleicht ein bisschen zu richtig.
Vielleicht ist es mal wieder an der Zeit, die Augen aufzumachen, aus dem Kaninchenbau hervorzukriechen und die Wunder der wirklichen Welt zu bestaunen.

Irgendwo hab ich das schon mal geschrieben. Achja richtig, das war hier:






Was ich damals auch geschrieben habe - und zwar ganz oben drueber, als Titel - ist Failing is not an Option. Ich denke, ich bleibe dabei.







Achja, zum allgemeinen Amusement (hach, wasn Wort!) und zur Bestaetigung meines mich-hier-richtig-fuehlens:



You Belong in New Zealand

Good on ya, mate
You're the best looking one of the bunch
Though you're often forgotten...
You're quite proud of who you are

Ich schwoere, ich hab nicht gepfuscht (:

Montag, 4. Dezember 2006

"Wir sind ja schließlich nicht zum Spaß hier"

Es begab sich aber zu der Zeit, dass drei Weise Weiβe aus dem fernen Sueden Timaru und Oamaru sich auf den Weg in das gelobte Land nach Christchurch machten, um dem Heiland Alkohol zu huldigen und ihm Geschenke in Form von Gold, Weihrauch und Myrrhe darzureichen ordentlich Party zu machen.


Ja, ihr Unglaeubigen, so war das damals letztes Wochenende, als Natalie, Sabrina – und ganz spontan auch Armin – bei mir auf der Matte standen, um sich davon ueberzeugen zu lassen, dass ich im Vergleich zu den Flats wahrhaft im Paradies hause und auch nicht beabsichtige, mich daraus vertreiben zu lassen.
Das Ganze war natuerlich mal wieder ein ganz und gar genialer Plan gewesen und so wurde aus “Freitag Abend, 19h” mal eben Freitag Abend, halb neun und statt sich dann direkt ins wilde Nachtleben von Christchurch zu stuerzen, stuerzten wir alle erstmal in die Sky Lounge (im Boarding House), um einer Runde Singstar zu froenen – aus der dann gut 3 Stunden wurden.

Nachdem Armin erfolgreich nach Mata Mua (das Tutorenhaus am anderen Ende des Schulgelaendes) abgeschoben worden war – ja, okay, er war halt einfach muede und wollte ins Bett – beschloss der harte Kern dann, doch noch ne Runde durch die City zu drehen, um zumindest noch Mickey Finn’s auszuchecken.
Wir konnten ja auch nicht ahnen, dass grad an diesem Abend Patriotentag war (sprich die Band des Abends beschraenkte sich ausschliesslich auf Kiwi-Songs und auch der froehliche Ausruf “Das naxte Song ist fur die Auslander !” konnte uns da nicht mehr wirklich begeistern). Dazu kam dann noch ein Publikum mit einem Altersdurchschnitt von 30+ und ein Haufen Dorfdeppen. Herrlich. Nach ca. einer halben Stunde (gefuehlte drei Stunden) kapitulierten wir und kehrten unbefriedigt und nur mit einem Hamburger (dem ersten seit ich hier bin...) im Magen zurueck ins Boarding House.

Der Samstag begann gut, soll heissen mit viel Schlaf. Nach einem spaeten Fruehstueck/Mittagessen bestehend aus Tortellini mit einer uebersuessen Ravioli-aus-der-Dose-Sosse machten wir uns dann wieder auf in die City, um uns in den coolen (und natuerlich vollkommen ueberteuerten) Surf- und Skaterlaeden rumzutreiben, jedes einzelne Paar Vans und Chucks (<3) im Regal anzuhimmeln (oder in Natalies Fall den Verkaeufer) und uns zu wuenschen, jemand wuerde uns mal eben ein paar tausend Dollar zur Verfuegung stellen, damit wir die Laeden ausraeumen koennten.
Sabrina und Armin goennten sich dann doch ein bisschen Luxus in Form eines Starbucks-Kaffees, waehrend Natalie und ich uns fuer die billigere Alternative (a.k.a. ein 1$-Milchshake vom KFC) entschieden. War aber auch nicht schlecht.

Ein Ausflug zum oertlichen Pak’n’Save bescherte uns neben dem essentiellen Cider auch eine Flasche Maracuja-Sekt (gehts noch leckerer?!?) und ein paar Tueten Chips und so konnten wir mit Recht auf einen besseren Abend im Vergleich zu Freitag hoffen.
Nach ein paar gemuetlichen Stunden in der Kueche in Mata Mua, kamen wir dann ganz unverhofft zu einer Mitfahrgelegenheit zum Dux, wo uns aber mitgeteilt wurde, dass die Bar in zehn Minuten schliessen werde.
Der Aufenthalt wurde also entsprechend verkuerzt und wir zogen ins Mickey’s weiter, wo – gluecklicherweise – eine andere Band als am Vortag am Start war, also auch mal Lieder gespielt wurden, die wir kannten.

Nicht schlecht fuer den Anfang und im Grunde gefiel es uns auch allen derart gut, dass wir gerne noch etwas laenger dort geblieben waeren – haette nicht einer der Maori Tuersteher darauf bestanden, Natalie rausschmeissen zu muessen, da sie "intoxicated" sei.
(Der Ehrlichkeit halber muss man sagen, dass er da vielleicht nicht so ganz falsch lag, man kann allerdings nicht sagen, dass man es ihr sonderlich angemerkt haette.
Fuer den weniger Ortskundigen sei angemerkt, dass es in Neuseeland verboten ist, Alkohol an Betrunkene auszuschenken und die meisten Pubs verweigern bereits alkoholisierten Personen auch den Eintritt.).

Nach einem fehlgeschlagenen Versuch, uns nach zehn Minuten wieder reinzuschleichen, suchten wir verzweifelt nach Alternativen und so kam es dann zum Unvermeidbaren: Wir landeten auf dem Strip (auf dem Strip, nicht zu verwechseln mit "auf dem Strich"; das ist eine Strasse in der City, wo die ganzen Nachtclubs sind - wenn man das so sagen kann, die sind naemlich nicht allzu gross, sehen auch alle gleich aus, laeuft ueberall dieselbe (beschissene) Musik, ueberall die gleichen Hackfressen und ueberhaupt null Atmosphaere, also mal so gar nicht mein Ding).
Nach einiger Zeit einigte man sich aufs “Mad Cow”, da man uns gesagt hatte, dort sei es ziemlich cool (nicht, dass mich das ueberzeugt haette, das sieht naemlich auch nicht anders aus, als die anderen Laeden aufm Strip) und so standen Sabrina (in Begleitung eines gewissen “William”), Armin und ich fuenf Minuten spaeter in dem dunklen, Nebelmaschine-verrauchten Eingangsbereich und warteten auf Natalie (die wiederum in Begleitung von “Danny” hinter uns angestanden hatte). Und warteten. Und warteten. Und warteten.
Und natuerlich kam sie nicht.

Nach einigen Diskussionen ueber den Sinn und Unsinn einer Suchaktion – zumal wir die beiden Nachzuegler auch durchs Fenster nicht erspaehen konnten – verzogen sich Sabrina und William auf die Tanzflaeche waehrend Armin und ich zunaechst den Club durchsuchten (dauerte nicht lange, da wie gesagt nicht sehr gross) und ihn dann verliessen, um doch noch einmal draussen nachzusehen.
Langer Rede kurzer Sinn, wir fanden Natalie (und Danny) gluecklicherweise relativ schnell, da die beiden auf der anderen Strassenseite gewartet hatten, nachdem man beide nicht hereingelassen hatte (der Tuersteher war scheinbar ebenfalls davon ueberzeugt, dass sie intoxicated waeren).
Danny machte sich kurz darauf auf den Weg zurueck ins Mickey’s, wo scheinbar noch alle seine Freunde und sein Bruder auf ihn warteten, Sabrina beschloss, noch etwas laenger im Mad Cow zu bleiben und der Rest machte sich wieder einmal auf zum Burger King, um dann den langen Heimweg anzutreten und sich die kompletten dreissig Minuten ueber Neuseeland und die hiesigen Tuersteher aufzuregen und festzustellen, dass Zuhause doch alles besser ist.
Aber, wie Sabrina am Samstagnachmittag schon so weise festgestellt hatte, “wir sind ja auch schliesslich nicht zum Spass hier”.

Stellt sich die Frage: Wozu dann?

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Zuletzt aktualisiert: 20. Aug, 16:04

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