Freitag, 24. November 2006

Filmriss.


Letzte Woche Freitag bin ich um 7h aufgestanden.

Um 8h sass ich im Bus nach Timaru, wo ich um kurz vor elf bei sintflutartigem Regen ankam. Ich brauchte knapp 40 Minuten, um den Weg zu Natalies Haus zu finden und als ich dort ankam, waren meine Chucks vollkommen durchnaesst und meine Stimmung irgendwo unter Null.
Nachdem die Schuhe ca. 3 Stunden auf der Heizung verbracht und Natalie und ich zwei Tassen Tee getrunken und uns gegenseitig auf den neusten Stand bezueglich unseres ach-so-erfuellten Lebens gebracht hatten, sah die Welt schon wieder etwas besser aus und wir machten uns auf den Weg nach Oamaru (mit einem kleinen Umweg ueber "Pak'n'Save", um Cider und Wein zu kaufen), um Sabrina, Armin und Christoph (die lokalen GAPper) zu treffen.

Es war ausgemacht, dass wir beide bei Armin und Christoph uebernachten sollten, da Sabrina Besuch von einer Freundin hatte und kein Platz mehr bei ihr war. Natuerlich hatte uns niemand gesagt, dass die Jungs in einem absoluten Crackhouse untergebracht waren.
Der Schimmel an den Waenden und das vor sich hin naessende, gruene (!) Brot in der Kueche waren nur ein Bruchteil dieser Survival-Erfahrung. Die Toiletten (auf denen es natuerlich kein Klopapier gab) sahen schlimmer aus als auf jedem Bahnhof und die Jungs versicherten uns glaubhaft, dass jeder Toilettengang einer Runde Russischem Roulette gleichkaeme, da man nie wissen konnte, welche Infektion man sich als naechstes einfangen wuerde.

Gluecklicherweise waren wir nicht gezwungen, uns den ganzen Tag in diesen sogenannten "Flats" aufzuhalten, sondern verbrachten die meiste Zeit in Sabrinas Internat, wo es immerhin sauber war und man beim Essen keine Angst haben musste, sich Cholera oder Schlimmeres einzufangen.

Da der Regen scheinbar nicht vorhatte, nachzulassen, verbrachten wir den Grossteil des Wochenendes in geschlossenen Raeumen. Freitagabend trafen wir uns in den Flats, um gemeinsam zu kochen (auch ein grosses Abenteuer) und blieben anschliessend in Gesellschaft von Cider und Pfirsichlikoer noch eine ganze Weile dort.
Irgendwann kam dann aber doch die Idee auf, Oamaru "unsicher" zu machen (nicht die leichteste Aufgabe, in einer Stadt mit einer erheblichen Altersluecke fuer die Gruppe 20-30jaehriger), was dann auch mehr oder weniger scheiterte, nachdem weder im "Penguin Club", noch im "Last Post", noch im "Globe" wirklich viele Leute zu finden waren. Schliesslich blieben wir noch fuer eine knappe Stunde im "Fat Sally's", wo es immerhin eine relativ gute Band gab, aber nachdem diese ihr letztes Stueck gespielt hatte, traten wir dann auch schon wieder den Heimweg an.

Die Nacht in den Flats war fuer mich erstaunlicherweise recht angenehm, waehrend Natalie durch vorbeifahrende Zuege und Mitbewohner, die ihre Fahrraeder in unserem Zimmer deponiert hatten, gestoert wurde (letzterer musste die Tuere aufbrechen, die wir vorsorglich abgesperrt hatten, um an sein Rad zu kommen... um 5h morgens oder so... alles klar...).

Den Samstag verbrachten wir dann zum Grossteil mit Sabrina und ihrer Freundin und abends ging es wieder mit der kompletten Kompanie in die "City". Diesmal hatten wir schon ein wenig vorgetrunken, da man Oamarus Nachtleben leider ohne Alkoholkonsum wenig abgewinnen kann und so hatten wir dann auch ein wenig mehr Spass im "Fat Sally's" und bekamen auch etwas mehr von der Band mit als am Abend zuvor.

Es war Sabrinas Idee, hinterher noch in den "Globe" weiterzuziehen, wo an diesem Abend trotz 5$-Eintritt erheblich mehr los war, als noch einen Tag vorher.
Wir waren nach 2 Minuten drin, die anderen aber nicht und sie tauchten auch nicht mehr auf. Nachdem wir sie mindestens eine halbe Stunde gesucht hatten, gaben wir auf und beschlossen, einfach mal das beste aus dem Rest des Abends zu machen.


Sonntag Morgen wachte ich um 10h auf.
Was ich zuerst feststellte, war, dass ich noch immer die Klamotten von Samstag Abend anhatte, abgesehen von Schuhen und Jacke. Als zweites bemerkte ich, dass ich mich nicht in dem Schlafsack befand, den ich in den Flats in der Nacht zuvor benutzt hatte. Das erstaunte mich und so beschloss ich, dass es vielleicht angebracht waere, die Augen aufzumachen, um mein Umfeld etwas genauer zu inspizieren.
Zu meinem Erstaunen waren die Waende (in den Flats spackig weiss mit schwarzen Schimmelflecken) blau und sauber. Etwa in dem Augenblick, in dem ich das realisierte, wurde ich leicht panisch. Fuer einen Moment war mir absolut schleierhaft, in wessen Zimmer ich mich befand, mal ganz zu schweigen davon, wie ich hierher gekommen war.
Das letzte, was ich noch wusste, war, dass irgendwer im Globe Sabrina und mir ein Bier ausgegeben hatte und dass ich mich immer noch gefragt hatte, wo die anderen blieben.
Danach war alles weg. Absoluter Filmriss. Ist mir noch nie passiert.

Gluecklicherweise erkannte ich aber nur wenige Sekunden spaeter, in wessen Zimmer ich mich befand. Nach einem kurzen Blick zur anderen Seite des Raumes bestaetigte sich, dass ich offensichtlich bei Sabrina untergekommen war. Ich konnte nur hoffen, dass ihre Freundin in den Flats und nicht irgendwo auf der Strasse uebernachtet hatte.

Wie sich spaeter herausstellte, war die Sache relativ harmlos verlaufen. Die anderen hatten das Eintrittsgeld fuer den Globe nicht bezahlen wollen und waren dann zu Fuss zu den Flats zurueck gelaufen, waehrend Sabrina und ich vermutlich einige Stunden im Globe verbracht hatten, ehe wir dann per Taxi (das uns irgendein Typ ausgegeben hatte) nach Hause fuhren.
Sabrina hatte lustigerweise die ganze Zeit geglaubt, ich sei noch mehr oder weniger nuechtern, was ich jetzt so nicht sagen wuerde.
Und Gott, war mir schlecht am Sonntag.
Die Sache mit dem Filmriss finde ich im Uebrigen nur halbwegs lustig. Es ist schon ein aeusserst merkwuerdiges Gefuehl, wenn man sich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern kann, wie man nach Hause gekommen ist und was man vorher so alles gemacht hat. Ich hatte eigentlich auch gar nicht soo viel getrunken gehabt... dachte ich zumindest.
Naja, ich wuerd mal sagen, das naechste Mal pass ich da auf jeden Fall was besser auf und ich werde mich schwer bemuehen, dass das nicht wieder vorkommt.

Donnerstag, 16. November 2006

Good Times

Mostly I'm an optimist
Bore my bad news and still persist
Going on about my problems, say
What's wrong with the world today?


Mehr?


Samstag Nacht, eigentlich schon Sonntag Morgen, 3h, in einer viel zu schicken Weinbar in der Innenstadt. Die Fuesse auf dem Couchtisch, daneben zwei leere Glaeser mit einem letzten Rest des absolut billigsten und sueffigsten Weins des Hauses. Das kuenstliche Kaminfeuer kaempft erfolgreich gegen die ansonsten leicht sterile Moebelhaus-Atmosphaere an, waehrend ich mit dem Kopf im Nacken die loechrige Decke betrachte, die irgendwie an Kindergarten oder Krankenhaus erinnert und so gar nicht hierher passen will.
Steve neben mir summt zufrieden vor sich hin und ich denke mir, dass das Leben manchmal ganz schoen einfach und einfach nur schoen sein kann.

Der Abend hat circa sechs Stunden vorher begonnen, mit ein paar SMS und kurz darauf dem ersten Drink im Dux, einer Akkustik-Gitarre im Hintergrund und zwei von Steves Arbeitskollegen, die zufaellig auch dort sind.
Es war eine kleine Odyssee vom Dux ins Le Plonk, jener Weinbar, wo das billigste Glas immer noch genauso viel kostet, wie eine ganze Flasche Wein von der Tankstelle in Endenich.
Nach kurzer Zeit naemlich verlassen wir das Dux schon wieder, um uns mit einem geklauten Cola-Glas und voll Abenteuerlust auf die Suche nach einem 24h Convenience Store zu begeben, damit Steve Labello kaufen kann. Ja, das sind die wahren Herausforderungen im Leben.
Die Mission wird jedoch nach kurzer Zeit erfolgreich beendet - und wir haben sogar noch Pfefferminzbonbons dabei raushauen koennen -, das Cola-Glas an seinen rechtmaessigen Besitzer zurueckgegeben und zur Feier des Tages direkt der naechste Drink bestellt.

Steves Kollegen wollen noch ins Treehouse, eine Karaoke-Bar, und da wir gerade so grandios die Labello-Mission gemeistert haben, fuehlen wir uns einem weiteren Ausflug durchaus gewachsen und kommen mit.
Das Treehouse befindet sich auf der Manchester Street, im ersten Stock eines sonst eher unauffaelligen Hauses, direkt neben dem Boogie Nights und anderen Nachtclubs.
Es ist ziemlich leer, als wir ankommen, was jedoch kein ungewoehnlicher Zustand ist fuer eine Bar in Christchurch um zehn Uhr an einem Samstagabend. Es ist noch zu frueh fuer die Partyluder und Player der Stadt.
Waehrend Steves Freunde sich gleich auf die Karaoke-Liste setzen lassen, ziehen wir es vor, die Rolle der Zuschauer einzunehmen und uns darueber zu unterhalten, wieso man sich immer dazu gezwungen fuehlt, die Untertitel bei Filmen mitzulesen, selbst wenn sowohl die Tonspur als auch die Untertitel in der eigenen Sprache sind und wieso Menschen, die man vor zwei Bildschirme setzt, von denen einer einen Film zeigt, der andere hingegen Weisses Rauschen, jeder auf Letzteren schaut, in der krankhaften Erwartung, dort wuerde noch irgendwas Grossartiges passieren.

(Weitere interessante Fragen des Abends sind unter anderem "What do you like?" (merke: das ist eine sehr generelle Frage, bezogen auf das Leben, das Universum und den ganzen Rest) und "What worries you?" (dito). Extrem random, passt also gut hierher. Steve ist ueberhaupt sehr gut darin, random zu sein, was allerdings keine schlechte Eigenschaft ist, weil dadurch sehr interessante Gespraeche zustande kommen.
Zum Beispiel, vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen, da mir dieser leider nicht mehr ganz praesent ist: "You know, I like music." - "Ah... yeah, I like dogs."
Ihr duerft dann jetzt raten, wer was davon gesagt hat :P.)


Zwischen dem alten Mann, den wir gleich zweimal singen hoeren duerfen und der sich langsam fuellenden Tanzflaeche wird es Steve und mir dann irgendwann zu laut im Treehouse. (Ausserdem ist es sehr anstrengend, die ganze Zeit die Texte, der vorgetragenen Hits, die auf einer Grossbildleinwand eingebelendet werden, mitzulesen, weil natuerlich auch wir nicht anders koennen.)

Und so kommt es dann letztlich zu jener fatalen Entscheidung, einen ruhigeren Ort aufzusuchen, weshalb wir zehn Minuten spaeter an der Bar im Le Plonk stehen und den billigsten Weisswein des Hauses ordern, nachdem wir uebereinstimmend zu dem Schluss gekommen sind, dass billiger Wein immer noch am Besten schmeckt und weil vermutlich keiner von uns Geld fuer einen Teureren gehabt haette.
Die (vermutlich) ziemlich exquisiten Ledersofas bieten uns dann fuer die naechsten zwei oder drei Stunden ein Zuhause, waehrend wir die Haelfte der Zeit kranke Diskussionen ueber Gott und die Welt fuehren - die andere Haelfte besteht aus jener Art von Schweigen, das nicht peinlich, sondern, ganz im Gegenteil, ueberaus angenehm ist.

Spaeter werden wir im Auto auf der Rueckfahrt zum Boarding House Fahrstuhlmusik hoeren - vielleicht ist es aber auch die Musik, die man so oft beim Anfangs-Screen von Videospielen hat und die meine Eltern jedesmal in den Wahnsinn treibt - und feststellen, dass so ein Abend in ner Weinbar fast genauso entspannend sein kann, wie ein warmes Bad oder eine Massage.
- THE END -
... vorerst zumindest.



Den Freitagabend verbrachte ich im Uebrigen auf einem Barbecue, das von einem Haufen Ex-Rangi-Girls abgehalten wurde. Eingeladen worden war ich von einer Deutschen, die vor zwei Jahren ein Austauschjahr an dieser Schule verbracht hat und nun zurueck gekommen ist, um ihre alten Freunde und Bekannten wiederzusehen.
Obwohl ich dort niemanden kannte, war es ebenfalls ein sehr lustiger Abend. Habe dort wieder einmal feststellen koennen, wie gastfreundlich die Leute hier sind bzw. wie interessiert an Menschen, die sich wiederum fuer ihr Land interessieren und den langen Weg von Europa hierhin auf sich genommen haben ;).
Es gab gut Alkohol und eine Einladung auf eine Cocktailparty fuer das kommende Wochenende, die ich nun leider absagen werde muessen, weil ich mich morgen frueh auf den Weg nach Oamaru mache, um Sabrina, Armin und Natalie zu treffen und dort das Heritage Weekend zu begiessen begehen :P.

Donnerstag, 9. November 2006

Presswurst.

Es gibt so Woerter, bei denen einem schon schlecht wird, wenn man sie nur hoert. Platzwunde ist so ein Wort fuer mich, oder Fahrpruefung (naja, mittlerweile nicht mehr, aber es hat lange Zeit ein sehr ungutes Gefuehl in mir ausgeloest :D).
Und Presswurst... also, wenn ich das Wort hoere, koennt ich glatt Vollzeit-Vegetarier werden.
Wieso benutze ich also ein Wort, das ich nicht mag? -
Weil ich strange Assoziationsketten in meinem Kopf herstelle und als ich vorhin die Tageszeitung "The Press" gelesen habe, die milde ausgedrueckt nicht unbedingt das Niveau des Spiegels haelt (allerdings immer noch weitaus niveauvoller als jede Bildzeitung ist), kam mir irgendwie das Wort Presswurst in den Sinn.
Die Nachricht des Tages ist, - abgesehen davon, dass das Parlament entschieden hat, das legale Alter fuer Alkoholkonsum (18 Jahre) nicht zu senken - dass Schueler von weiterfuehrenden Schulen ab sofort "Txt Language" in ihren Pruefungen benutzen duerfen.
Fuer die, die mit dem Begriff nichts anfangen wissen: Txt Language ist die Sprache, die von vielen (zumeist) englischsprachigen Jugendlichen in SMS oder in Chats verwendet wird, also so tolle Abkuerzungen wie "CU" fuer "See you" oder "I luv U 4ever" fuer "I love you forever".
Ja und genau solche tollen Abkuerzungen duerfen die jetzt in ihren Klausuren benutzen! Da fragt man sich, ob man jetzt lachen oder weinen soll (ich wuerde mich spontan fuer lachen entscheiden, weil ist ja nicht meine Sprache, die den Bach runtergeht :D).
Aber (um das mal zu... aeh... relativieren) in ihren Englisch-Klausuren duerfen sie keine Txt Language benutzen. Juhu!

Abgesehen von dieser spannenden Entdeckung, die ich natuerlich gleich mit der Welt teilen musste, habe ich mein Wochenende trotz Ausgehverbot und (gelegentlicher) Arbeit gut ueberstanden.
Am Samstagabend hatten wir ein kleines Feuerwerk auf dem Sportfeld und Sonntagabend habe ich die Juniors ins Bett bringen duerfen, was auch mal ne lustige Erfahrung war.
Dann hab ich gestern mal wieder ne Deutsche kennengelernt, die hier vor 2 1/2 Jahren ein Auslandsjahr auf Rangi gemacht hat und jetzt fuer 2 Monate zurueck in Neuseeland ist, um ihre alten Freunde wiederzusehn.
Auf jeden Fall hat die mich dann zu einem Barbecue am Freitag Abend eingeladen und da werd ich dann wohl auch hingehn.
Die Weihnachtsferien sind auch schon zum Grossteil geplant und es wird jetzt wohl doch Weihnachten am Strand in Nelson udn Neujahr in Wellington geben und insgesamt ne grosse Tour um die Sued- und Nordinsel - ich freu mich drauf :).

Freitag, 3. November 2006

howtofightloneliness

Da vermutlich eh kein Mensch auch nur den Hauch einer Ahnung hat, woher dieser Titel kommt, kann ichs ja mal eben kurz erklaeren: Und zwar ist das der Titel von einem Song (wie koennte es auch anders sein) von Wilco vom Album Summerteeth. Und das ist eines der schoensten Alben, die ich je gehoert habe und mein Lieblingsalbum fuer einsames Shisha rauchen und ueber die Welt nachdenken und trotzdem nicht in Melancholie ersticken.
Kurz gesagt: Kaufen! Sofort!


Tja, also was unternimmt man gegen Einsamkeit? Laut Wilco sollte man sich ein Dauergrinsen ins Gesicht zaubern und Luegen erzaehlen. Was durchaus im Bereich des Moeglichen waere, wenn man blond und leicht debil ist, aber gluecklicherweise trifft zumindest eins von beidem nicht auf mich zu, weshalb ich mir dann doch einen anderen Weg suchen musste, als mir letztes Wochenende mal wieder langweilig und infolgedessen nach einem Drink zumute war.

Es begab sich also, dass ich mich am Samstagabend ganz mutterseelenalleine auf den Weg in die grosse Stadt machte, um mein Glueck Alkohol zu finden. Wer mich kennt, weiss, dass das ein groooosser Schritt fuer mich war und ich bin sicher, haette ich einen Psychiater, so waere er sehr, sehr stolz auf mich gewesen. Man muss naemlich wissen, dass ich zum einen (ich zitiere hier mal die Bibi) extrem unpartypartisch bin und zum anderen zumindest nach aussen hin (ich zitiere saemtliche Lehrer, die wiederum die Mehrheit der Leute repraesentieren, die keine Ahnung davon haben, wie ich wirklich bin) ein wenig introvertiert wirke.
Doch in meiner Verzweiflung sah ich keinen anderen Ausweg und so machte ich mich um acht Uhr abends auf den Weg ins Dux, um die Band des Abends auszuchecken, die um halb neun anfangen sollte zu spielen.

Um zehn Uhr hatte ich mein erstes Ginger Beer gekillt, einen schaetzungsweise 40jaehrigen abgewimmelt, der mich in ne irgendeine andere Bar einladen wollte und die Band war immer noch nicht da.
Leicht frustriert, doch voll guter Hoffnung, verliess ich das Dux, um mir meine wohlverdiente Dosis Rock&Pogo stattdessen im Mickey Finn's zu besorgen, wo es jeden Abend Live Acts gibt.
Als ich dort ankam, sah es allerdings wenig berauschend aus: Die Band war noch mit dem Aufbau ihres Equipments beschaeftigt und die Bar gaehnend leer. Mangels Alternativen beschloss ich dennoch, mich erstmal (immer noch alleine) an einen Tisch zu setzen und auf die Musik zu warten. Zu diesem Zeitpunkt begann ich mich zu fragen, wer eigentlich die bescheuerte Idee gehabt hatte, alleine ausgehen und ob es Sinn machen wuerde, mich selbst dafuer zu ohrfeigen. Doch dann, gerade als ich beginnen wollte, ein Kunstwerk aus Bierdeckeln zu errichten, kam die Wende.

Sie kam genau genommen in Form eines Ers und hiess Steve.
Steve war schon ein wenig laenger im Mickey Finn's gewesen, ebenfalls alleine, allerdings wartend auf zwei Freunde aus Amerika. Obgleich er mir spaeter ueberzeugend versicherte, leicht introvertiert zu sein (wo haben wir das nur schon mal gehoert?), war er doch offensichtlich ein bisschen weniger unsozial als ich und fragte deshalb, ob wir uns denn nicht in unserer Einsamkeit zusammentun sollten, zumindest bis seine Freunde kaemen.
Erstaunlicherweise schaffte er es, diese Frage so zu formulieren, dass es nicht nach einer Anmache und noch dazu ueberaus sympathisch klang, weswegen ich ihm dann grosszuegig einen Platz an meinem Tisch gewaehrte.

Ja, ich muss sagen, das war eine sehr weise Entscheidung, denn so viel Spass wie an dem Abend hatte ich wirklich schon lange nicht mehr. Wir unterhielten uns zunaechst mal eine Weile ueber dies und das und das und jenes (so das Uebliche, was man halt erstmal abklaert, wenn man gerade jemanden kennenlernt - Nationalitaet? Alter? Vermoegend? Lebensversicherung?!?) und als schliesslich seine beiden Freunde Ken und Christina auftauchten, wurde ich ohne grosses Trara zum Billard spielen eingeladen (bzw. zum zugucken, da nur Ken und Steve spielen wollten und ich mich waehrenddessen mit Christina unterhielt, was auch sehr nett war).

Als die beiden Amis dann nach etwa einer Stunde aus muedigkeitsgruenden den Heimweg antreten wollten, beschlossen Steve und ich spontan, dass die Nacht noch viel zu jung waere, um nach Hause zu gehn.
Da Steve leider generell wenig Interesse an Musik hat (ja, ich weiss... ich bin immer noch schockiert deswegen) und wir uns eh noch ein bisschen unterhalten wollten, kehrten wir ins Dux zurueck, um uns dort draussen an einen Tisch zu setzen (drinnen hatte unterdess doch noch die Band angefangen zu spielen, aber die war nicht unbedingt hoerenswert... Elektro und so... pfui).
Er entdeckte dann aber per Zufall zwei Freunde, die im Obergeschoss auf einer Privatfeier (Geburtstag des Onkels eines Freundes eines Freundes von Steve) waren und uns dann spontan Zugang zu selbiger und somit zu Freibier und anderen Getraenken verschafften.

Wir hatten vorher schon festgestellt, dass wir beide keine Partygaenger und schon gar keine Taenzer sind und somit verzogen wir uns dann uebereinstimmend in eine Ecke, um gemuetlich ein Schwaetzchen zu halten und Bier und Cola zu trinken. Steves Freunde kamen dann auch noch dazu und so unterhielt ich mich eine Weile mit Chris, der 3 Monate in der Schweiz gelebt hat und deshalb unbedingt Deutsch mit mir reden wollte. Was sehr amuesant war, da er zum einen natuerlich kein perfektes Deutsch sprach und zum anderen auch leicht angetrunken war und deshalb ohnehin nicht so die groessten Weisheiten von sich gab. Aber trotzdem ein netter Kerl.
Zwischenzeitlich stellte sich dann heraus, dass Steve, der sowieso schon ziemlich lustig drauf war, Comedian ist und in Christchurch am Court Theatre in einer Impro Comedy Show mitwirkt, die jeden Freitag Abend stattfindet.
Und da ich eben diese Comedy Show schon die ganze Zeit mal besuchen wollte, versprach er mir Freikarten fuer die naechste Show, in der er auftritt (er ist nicht in jeder dabei). Punkt fuer mich, hm?

Die Party des Onkels des Freundes des Freundes von Steve war dann so gegen 1h vorbei und wir ueberlegten gerade, ob es schon spaet genug waere, nach Hause zu gehen (waren an sich beide der Meinung, dass man eigentlich noch was mit dem Abend anfangen koennte), als er eine SMS von einem weiteren Freund erhielt, der sich gerade im Sticky Fingers befand. Wir brachen also dorthin auf, um uns dann mit selbigem Freund noch fuer eine etwas weniger spektakulaere Stunde draussen hinzusetzen und anschliessend dann doch den Heimweg anzutreten.
Ich bekam eine Freifahrt nach Hause, Steve meine Nummer und wenn wir nicht gestorben sind, dann leben wir noch heute ;).
--
So, das ist die Story der Woche, da sich dieses WE vermutlich eher wenig abspielen wird. Ich bin naemlich On Duty und muss von daher das ganze Wochenende im Boarding House bleiben.
Ansonsten hatten wir am Mittwoch unser Halloween Formal Dinner, was ganz lustig war, da alle verkleidet waren (ich natuerlich nicht, aber immerhin war ich halloweenmaessig in orange und schwarz gekleidet) und wir so lustige Kuerbisse auf den Tischen stehen hatten usw.

Gestern hatten wir dann nen ganzen Haufen Kinder da, die im Cholmondeley Heim wohnen (das ist fuer Kinder, die nicht bei ihren Eltern leben koennen, weil die z.B. sehr krank sind oder z.T. auch im Gefaengnis sitzen) und mit denen haben wir dann ein BBQ veranstaltet und es gab Huepfburgen und was nicht alles.
Eines von unseren Maedchen ist dann von der Huepfburg gefallen und hat sich die Hand verletzt und ich bin dann mit ihr ins Krankenhaus (naja, war kein KH, aber sowas aehnliches) gefahren, um sie verarzten zu lassen.
Als ich wiederkam, wurden mir dann ein paar von den Cholmondeley-Betreuern vorgestellt, die auch so ne Art GAP Jahr machen. Einer war aus Deutschland, eine aus Oesterreich, eine aus Australien und eine aus Finnland. Hab mich dann sehr nett mit denen unterhalten und wir haben dann natuerlich auch mal wieder Nummern ausgetauscht.
Also, ich bin diese Woche sehr gut gewesen im loneliness fighten. Und ich glaub, ich hab wirklich die meiste Zeit gelaechelt. Aber keine Luegen erzaehlt, nein, sowas tue ich nicht ;)...

Mittwoch, 25. Oktober 2006

Picture Me.

Picture me counting raindrops on a meadow
Picture me while I'm dancing on the moon
Before, between and while an afternoon
Picture me telling stories to a river
Could it be I can see although I'm blind
Picture me getting smaller by the hour
Slowly losing my mind



Anywayyyy... hier sind die versprochenen Bilder:

.randomrants

dont.drink.water - fish.fuck.in.it.

.randomfacts

cat.
born.in.nineteeneightyseven.
hates.arrogance.
loves.sushi.
curiosity.will.be.her.death.
fucks.the.mainstream.
officially.strange.
is.random.

.randomtrash

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Zuletzt aktualisiert: 20. Aug, 16:04

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